kreuz WORTrätsel

 

„Das Evangelium ist das Buch des Lebens des Herrn und ist da, um das Buch unseres Lebens zu werden. Es ist nicht da, um verstanden, sondern um wie eine Schwelle zum Geheimnis angenähert zu werden. Es ist nicht da, um gelesen, sondern um in uns aufgenommen zu werden...
Die Worte des Evangeliums durchwalken uns, verändern uns, bis sie uns gleichsam in sich einverleiben.“ (Madeleine Delbrêl)

 

Es ist uns nicht möglich, das Evangelium in seiner Fülle zu erfassen. Und mag es nur eine Kleinigkeit sein, die uns berührt, so gilt es, diese in ihrer Innerlichkeit zu verkosten: "Nicht das Vielwissen sättigt die Seele, sondern das Verspüren und Verkosten der Dinge von innen her." (Ignatius von Loyola)     

 

Spätestens am Donnerstag finden Sie hier einen kurzen Gedanken zum kommenden Sonntagsevangelium. Vielleicht hilft Ihnen dieser Impuls, sich vom Wort (Gottes) berühren zu lassen.


6. Sonntag im Jahreskreis (A): Mt 5, 20-22a.27-28.33-34a.37 (Kurzfassung)

Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. 

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein.

Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein.

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.

Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.

Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht.

Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

 

Indifferent sein.

Das eine nicht mehr wollen als das andere und so offen sein für das, was sich zeitigt.

Unsere Leidenschaften können uns ganz schön zusetzen, wenn wir ihnen Raum geben. Sie wahrzunehmen, ist das eine. Sich von ihnen beherrschen lassen, das andere. Dadurch kommt viel Unfriede in die Welt.

Und doch helfen uns die Leidenschaften zu spüren, wohin es uns zieht. So können wir sensibel gegensteuern und uns so unsere innere Freiheit bewahren, ohne anderen Menschen zu schaden.

Siehe, wie gut und wie schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen. (Ps 133,1)

Doch diese ersehnte Gemeinschaft, Reich Gottes ist zerbrechlich. Selbstbehauptung zerstört diese Eintracht.

Nehmen wir einander ernst und nehmen wir einander an, so wie wir sind, statt einander aufgrund unserer Leidenschaften aufzumischen.

Das scheint die Grundvoraussetzung für die Existenz von Reich Gottes mitten unter uns zu sein.