kreuz WORTrätsel

 

„Das Evangelium ist das Buch des Lebens des Herrn und ist da, um das Buch unseres Lebens zu werden. Es ist nicht da, um verstanden, sondern um wie eine Schwelle zum Geheimnis angenähert zu werden. Es ist nicht da, um gelesen, sondern um in uns aufgenommen zu werden...
Die Worte des Evangeliums durchwalken uns, verändern uns, bis sie uns gleichsam in sich einverleiben.“ (Madeleine Delbrêl)

 

Es ist uns nicht möglich, das Evangelium in seiner Fülle zu erfassen. Und mag es nur eine Kleinigkeit sein, die uns berührt, so gilt es, diese in ihrer Innerlichkeit zu verkosten: "Nicht das Vielwissen sättigt die Seele, sondern das Verspüren und Verkosten der Dinge von innen her." (Ignatius von Loyola)     

 

Von Mittwoch bis Mittwoch finden Sie hier einen kurzen Gedanken zum jeweiligen Sonntagsevangelium. Vielleicht hilft Ihnen dieser Impuls, sich vom Wort (Gottes) berühren zu lassen.


11. Sonntag im Jahreskreis (A): Mt 9,36-10,8

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!

Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Ze-bedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat.

Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

 

 

Perspektivenlosigkeit.

Schafe, die nur ans Fressen, Menschen, die nur an ihren Konsum denken. Doch wozu das alles?

Und Jesus war von Herzen weh um diese Menschen. Er bittet die Seinen, mit IHM zu fühlen und zu handeln, „so Gott will“: Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!

Im Lukasevangelium (Lk  6,12-16) zieht sich Jesus die ganze Nacht zum Gebet zurück, um selbst in dieser Angelegenheit zu bitten und Mitarbeiter zu berufen. Sie sollen den Menschen eine Perspektive geben: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!

Und sie kommen nicht mit leeren Händen. Es ist Epiphanie. Gottes Liebe wird offenbar: Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!

Und diese Liebe gipfelt im „alles gratis – alles umsonst!“

Wird so nicht eine Sehnsucht nach dem MEHR im Leben geweckt?

Ja, es gibt noch mehr im Leben als Fressen und Gefressen werden.